Maritime Wirtschaft im Aufwind: Wie LightPartner Schiffe ins richtige Licht setzt
Shownotes
Maritime Lichtsysteme sind weit mehr als gewöhnliche Beleuchtung. Auf Kreuzfahrtschiffen schaffen sie Atmosphäre, auf Forschungs- und Offshore-Schiffen müssen sie auch unter anspruchsvollen Bedingungen zuverlässig funktionieren.
Im DUP Business Talk spricht Georg Blum, Geschäftsführer von LightPartner, mit Moderator Sven Burmeister über die besonderen Anforderungen maritimer Lichtsysteme, die Entwicklung des Bremer Unternehmens und die wachsende Bedeutung der maritimen Wirtschaft.
LightPartner entwickelt komplette Lichtsysteme für die Schifffahrt, vom Leuchtmittel über die Steuerungselektronik bis zur Energieverteilung. Die Lösungen kommen weltweit auf Kreuzfahrtschiffen, Offshore-Plattformen, Forschungsschiffen und Marineschiffen zum Einsatz.
Im Gespräch erklärt Blum, wie aus ersten improvisierten Tests ein international führender Spezialist mit mehr als 30.000 Produkten entstand. Er zeigt außerdem, warum Entwicklung und Zertifizierung teilweise Jahre dauern, weshalb Zuverlässigkeit bereits bei der Konstruktion beginnt und welche Vorteile mittelständische Unternehmen bei komplexen Schiffbauprojekten haben.
In dieser Folge erfahren Sie
✅ Warum maritime Lichtsysteme weit mehr als klassische Beleuchtung sind ✅ Wie sich die Anforderungen auf unterschiedlichen Schiffstypen unterscheiden ✅ Welche Prüfungen maritime Technik bestehen muss ✅ Warum Entwicklung und Zertifizierung besonders aufwendig sind ✅ Weshalb mittelständische Unternehmen bei komplexen Projekten Vorteile haben ✅ Warum die maritime Wirtschaft wieder stärker in den Fokus rückt
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Transkript anzeigen
00:00:00: Ein Mittelständler, würde ich sagen ist mehr ein Organismus als eine Organisation.
00:00:05: Da werden Probleme situativ gelöst an der Wurzel des Entstehens als dass es immer über das Gehirn laufen muss.
00:00:12: Das sind die Entscheidungswege kürzer Die Unterschriftsregelungen sind lockerer und das braucht es eben im Schiffbau.
00:00:21: Moin oder heu zu einer neuen Folge des Duc Business Talk.
00:00:24: Ich bin Sven Bohrmeister und heute euer Host Ahoy!
00:00:26: Der traditionelle Seemannsgruß passt heute tatsächlich besonders gut Denn wir sprechen über Licht Genauer gesagt über maritime Lichtsysteme.
00:00:33: Klingt im ersten Moment vielleicht nach Nische, ist aber High-Tech für einige der anspruchsvollsten Einsatzorte der Welt – zum Beispiel auf Kreuzfahrtschiffen, Forschungsschiffens, Offshore-Plattform und Marieneschiffen!
00:00:43: Und an vielen Stellen ist diese Technologie auch systemrelevant?
00:00:46: Denn die Firma meines heutigen Gastes beliefert unter anderem die Bundeswehr, die deutsche Marine und internationale NATO Partner.
00:00:52: Mein Gast ist Georg Blumen.
00:00:53: Er ist Diplom-Ingenieur für Elektro- und Informationstechnik.
00:00:58: Leibpartner zählt zu den weltweit führenden Spezialisten für maritime Lichtsysteme.
00:01:04: Mit rund dreißigtausend Produkten, mehr als dreißzig Jahren Erfahrungen und Projekten bei denen bis zu fünfzigtausende Lichtpunkte an Bord verbaut werden.
00:01:11: Hallo Herr Blum!
00:01:14: Wir sprechen heute über ein Produkt das jeder sieht aber wohl die wenigsten strategisch ernst nehmen –
00:01:18: Licht.
00:01:19: LeibPartner gilt als Weltmarktführer für maritime-Lichtsysteme.
00:01:23: Wie wird ein Unternehmen aus Bremen in so einer hoch spezialisierten Nische zur internationalen Größe?
00:01:29: Ja, das passiert natürlich nicht über Nacht ehrlicherweise.
00:01:32: Das braucht viel Blut, Schweiß und Tränen tatsächlich und ganz viel persönlichen Einsatz.
00:01:37: Am Ende würde ich sagen ist es die Mannschaft, die das natürlich irgendwie herstellt und realisiert.
00:01:42: Sie brauchen gute Produkte und natürlich gute Kontakte und eine starke Partnerschaft.
00:01:47: aber das geht alles nicht ohne die eigentliche Mannschaft ohne die Mitarbeiter Die richtigen Ideen zum richtigen Zeitpunkt haben immer nah dran sind Und das realisieren was der Kunde brauche über die Zeit.
00:02:01: Herr Blumen, Sie haben es gerade gesagt, ein Unternehmen mit langer Geschichte.
00:02:03: vielleicht noch mal einen kleinen Abriss?
00:02:04: Wo genau kommt Leidpartner her im Sinne geschichtlich?
00:02:07: wie ging's damals los und wo steht das Unternehmen heute?
00:02:10: Das ist eine ganz spannende Geschichte.
00:02:12: Das ging vor dreißig Jahren los mithilfe der Meierwerft.
00:02:15: ehrlich gesagt seinerzeit gab es einen großen Leuchtenhersteller der wurde verkauft und dann gab es eine Art Monopolstellung Der werft natürlich überhaupt nicht.
00:02:28: Zum einen war das ein technologisches und kommerzielles Risiko, da wurde unser Gründer gebeten ob er sich nicht selbstständig machen möchte und hat mit das ganze Wissen was er über die Jahre sich angeeignet hat mitgenommen und Leidpartner gegründet.
00:02:43: ganz einfach mit einem kleinen Projekt mit ganz simplen Leuchten damals noch in der Badewanne getestet und über die jahre ist es eben ja großes Unternehmen geworden.
00:02:55: Sie sprachen jetzt gerade in Ausführung von Licht, Leuchten und Lichtsysteme.
00:03:00: Können Sie das einmal ein bisschen eingrenzen?
00:03:02: abgrenzen?
00:03:02: Wann genau man von was redet?
00:03:05: Ja starten vielleicht erst mal damit.
00:03:07: man sagt nicht Lampe!
00:03:09: Es sind Lichtsysteme am Ende, Lichtsystemen.
00:03:13: dahinter verbergt sich das eigentliche Leuchtmittel aber auch die Steuerungstechnik bis hin zur Energieverteilung.
00:03:20: Das Ganze ist ja oft viel mehr als nur ein leuchender Punkt sondern es ist ein intelligente System das auf die Umgebungen reagiert und auch smarter ist als man denkt.
00:03:31: Sie bieten eine enorme Bandbreite an rund dreißigtausend Typen von leuchten Scheinwerfer-Lichtsystemen.
00:03:36: Sie haben es gerade erklärt, wie unterschiedlich das ist quasi ein komplettes Lichtuniversum für die Weltmeere.
00:03:41: Welche Schiffe genau standen sie denn aus?
00:03:44: Ja wir sind in verschiedenen Bereichen unterwegs Von der Kreuzfahrtindustrie über die kommerzielle Schifffahrt bis zur marines Schifffahrt als auch die Offshore-Industrie.
00:03:54: Das sind die Konverterplattform.
00:03:56: zu unseren Kunden gehören Die weltweit renommiertesten Räder und Werften, das sind bekannte Namen wie Royal Caribbean Cruise Lines Carnival Disney Cruise Limes über die Werften.
00:04:08: Wie die Meierwerft, die französische Staatswerft Chontier oder Fincantieri in Italien.
00:04:13: Also zu unseren Kunden gehören tatsächlich die größten Rädern und Werfen als auch NATO-Partner also Beschaffungsämter aus verschiedenen NATO Ländern.
00:04:24: Was überwiegt da, wenn es jetzt um die Prozesse geht und die Zusammenarbeitung läuft halt inzwischen so viel einfach über den Namen?
00:04:30: Über das Vertrauen?
00:04:31: oder ist es immer noch ein harter Kampf durch Ausschreibungen für Sie?
00:04:36: Der Name macht schon ganz viel aus.
00:04:37: Es ist natürlich ja eine hart erarbeitete Reputation wo wir auch sehr viel Lehrgeld bezahlt haben natürlich über die Jahre.
00:04:45: Das ist ein hartes Business mit starker Konkurrenz aus Asien.
00:04:54: Gerade im Schiffbau oder in der Maritimenustrie ist es sehr wichtig, dass sich die Werften und die Räder auf die Lieferanten verlassen können.
00:05:02: Denn so ein Projekt ist sehr, sehr groß.
00:05:03: Da reden wir schnell von zwei Milliarden Euro pro Projekt.
00:05:06: Der Zeitplan ist sehr straff.
00:05:08: Und da können Sie eben nicht erlauben, das an einer Stelle ruckelt.
00:05:15: Im Vorgespräch fiel einen Satz, den mir wirklich hängen geblieben ist.
00:05:17: Kreuzfahrtschiff ist bunt und aufwendig, Marine ist nicht bunt aber hochkomplex!
00:05:22: Was unterscheidet denn die Anforderungen an Lichtsysteme auf einem Kreuzfahrtschiff, im Forschungsschiff?
00:05:27: Sie sprachen auch von der Offshore-Plattform und einem Marineschiff.
00:05:30: Ja, das ist tatsächlich so der Satz.
00:05:32: Das hat ein Kunde zu mir gesagt, er sagte unser Bereich ist bunt und lustig.
00:05:36: Und wenn man dann eben drüber nachdenkt Der marineschiffbau ist weder bunt noch lustig und die haben grundverschiedene Anforderungen.
00:05:44: Die schwimmen zwar alle irgendwie auf See aber in manchen Bereichen.
00:05:47: Manche Schiffe wie die Marineschiftbau sind eben ja unter Bedingung unterwegs wo manche andere Schiffe nicht mehr unterwegs wären.
00:05:56: Bei der Kreuzfahrt geht es um Emotion.
00:05:58: da geht es darum dass der Besucher ein Erlebnis erlebt, dass irgendwas in Szene gesetzt wird.
00:06:04: Da geht es oft darum, dass die Lichtfarbe so gewählt ist – das ist der Situation und Atmosphäre schmeichelt!
00:06:10: Das ist im Marine-Schiffbau natürlich völlig anders.
00:06:13: Emotion spielt da eine andere Rolle, dann geht es um Funktionalität, um Belastbarkeit, um Schockresistenz, um Vibrationsresistenzen und darum, damit sie eben im Zusammenspiel mit anderer Elektronik Waffensysteme nicht stören oder gestört
00:06:28: werden.".
00:06:30: Das klingt für mich danach, dass maritime Beleuchtung eine der härtesten Disziplinen der Lichttechnik ist.
00:06:34: Aber was genau muss ein Lichtsystem denn auf sie alles können und vor allem was muss es aushalten?
00:06:40: Also vielleicht abgesehen davon, was Sie jetzt gerade schon meinten mit das da Waffentechnologie natürlich gerade im maritime Bereich nicht gesteuert werden darf.
00:06:47: Ja in erster Linie wo was einem als erstes einfällt ist natürlich Seewasserbeständigkeit und dass man mit feuchter Umgebungen klarkommt ist aber noch viel mehr.
00:07:00: Sie müssen nicht nur die richtigen Materialien einsetzen, sondern auch die richtige Kombination.
00:07:05: Gerade auf Schiffen ist es so.
00:07:08: wie schon bereits gesagt im Mariendeschiffbau sind sie unter lebensfeindlichen Umgebungsbedingungen teilweise unterwegs.
00:07:14: da reden wir nicht nur von Salzwasser, sondern von Wellenschlag, von Einsatzsituationen, von Schleichfahrten und von Temperaturwechseln.
00:07:23: Man muss sich eben vorstellen dass ein Kreuzfahrtschiff zum Beispiel Das wird vielleicht in den Wintermonaten, in Finnland gebaut und fährt dann in die Karibik.
00:07:32: Alleine da haben wir schon eine riesige Temperaturspanne Und das muss aus Produkt eben abkönnen.
00:07:39: Ja es sind Materialien, die eingesetzt werden müssen Die ausgewählt werden müssen Es sind Konstruktionsarten, die berücksichtigt werden müssen.
00:07:47: Da müssen sehr viele Tests gemacht werden Und am Ende kommt natürlich die harte Realität.
00:07:53: Auf Hohe See sieht man anerst Ob das alles gereicht hat?
00:07:57: Sie sprachen jetzt davon, dass die Anforderungen an diese Leuchtsysteme gerade durch Sachen wie Spritzwasserbeständigkeit das enormes auf hoher See.
00:08:05: Wie testen sie das konkret?
00:08:07: Ja wir haben natürlich eine Art Umweltsimulationslabor bei uns im Haus um all diese Dinge zu testen wie Spritzwasserverträglichkeit Unterwassertauglichkeit Hitzebeständigkeiten Temperaturresistenz Schlagfestigkeit, all solche Dinge.
00:08:23: Das machen wir im eigenen Haus teilweise wenn die Ansprüche oder die Spezifikationen anspruchsvoller sind mit externen Partnern.
00:08:31: das geht bis hin dazu dass auch unsere Kunden eigene Labore haben.
00:08:36: wenn wir von der Bundeswehr sprechen zum Beispiel da sind ja ganz stark und erhöhte Anforderungen was man nicht mal eben im Haus hat.
00:08:44: Da spreche ich davon Man eine gewisse Schock- und Vibrationsfestigkeit haben muss von bis zu vierhundert G bei Beleuchtung, wenn sie für U-Booter Beleuchten liefern.
00:08:57: Dann reden wir von zweitausend G. das macht man nicht im eigenen Haus.
00:09:01: da müssen teilweise gilt jetzt nicht für Leuchen aber für andere Produkte.
00:09:05: da müssen die Produkte teilweise angesprengt werden um das nachzuweisen und zu testen
00:09:11: Wenn wir uns überlegen, dreißig Jahre Leidpartner und zusammenarbeiten mit Maritim unternehmen mit Rüstungsindustrie in dergleichen auch.
00:09:18: Haben sich die Ansprüche geändert oder sind sie nach wie vor so extrem wie sie früher waren?
00:09:26: Also klar, mit der Technik verändern Sie ja auch die Ansprüche.
00:09:30: Ich würde sagen, die Anspreche waren durchgehend hoch aber der technische Standard hat sich angepasst.
00:09:34: Wir hatten einen großen Wechsel von konventioneller Beleuchtung auf die LED-Technik und das hat natürlich einiges mit sich gebracht.
00:09:45: Zum einen sind LEDs zwar energiesparender, aber die haben eben andere Ansprüche an die Elektronik, die sind nicht so robust, sie sind auch nicht so warm.
00:09:54: Das macht einen Unterschied wenn Sie zum Beispiel in der Arktis unterwegs sind und dort die Wärme eigentlich nutzen damit die Leuchte nicht einfriert.
00:10:04: also ja das hat einen großen Unterschied gebracht und verändern hoch.
00:10:11: Sie haben es gerade gesagt, das Schiff ist in der Arktis unterwegs... ...und die Leuchte geht kaputt!
00:10:17: Das ist jetzt ein Beispiel von vielen Faktes.
00:10:19: Die Schiffe sind irgendwo auf hoher See unterwegs... Und irgendwas geht kaput.
00:10:25: Klar gibt's überall ein kleines Handwerker an Bord aber natürlich auch kein endloses Ersatzteil-Lager.
00:10:32: Wie kann man sicherstellen dass möglichst wenig passiert?
00:10:36: Ja, sie haben total Recht.
00:10:37: Also es ist nicht mal eben ein Baumarkt um die Ecke oder einen Onlinehandel wo man Ersatzteile nachbestellt.
00:10:44: Die Schiffe haben eine Regel eine sehr starke Crew das sind Überlebenskünstler.
00:10:50: die sind in der Lage auch mit einem Kaugummi und einer Tüte irgendwas zu reparieren.
00:10:55: Das reicht aber oft nicht.
00:10:57: Deswegen müssen die Produkte die eingesetzt werden einfach sehr widerstandsfähig Und zuverlässig sein.
00:11:03: und da stellt man eben sicher indem man Die Erfahrung hat zum einen, die richtigen Materialien und Konstruktionsarten auszuwählen.
00:11:11: Dass die Leuchte oder das Produkt so gebaut ist, dass es unter allen Bedingungen funktioniert.
00:11:18: Und das muss man natürlich nachweisen!
00:11:21: Da werden auch ganz viele Tests und Nachweise gefordert.
00:11:24: Das ist nicht so, dass man ein belehmiges Produkt oder Material auswählt.
00:11:29: Es ist nämlich leider nicht oft das drin was drauf steht.
00:11:33: Und so hat man sehr viel Recherche- und Konstruktionsarbeit, das Ganze auszulegen und zu testen ob auch das rauskommt, was man eben sich gedacht hat.
00:11:42: Zämstens gerade angesprochen Stiefwort Test – wie lange dauert es denn mitunter bevor überhaupt eine neue Leuchte irgendwo eingebaut werden kann?
00:11:49: Wie viele Tests, Dokumentation etc.
00:11:51: Was müssen Sie da alles machen?
00:11:53: Nachweisen sowohl für jetzt In-Haus-Qualitätsstandards die sie natürlich haben aber gleichzeitig auch Anforderungen des Kunden.
00:12:01: Das hängt stark vom Segment und vom Einsatz weg ab.
00:12:03: natürlich das ist im Kreuzfahrtbereich etwas anders als im Marieneschiffbau.
00:12:09: Das fängt damit an, dass wir natürlich unsere eigenen Ansprüche haben wie Sie schon gesagt haben.
00:12:13: Dass wir die richtige Materialien auswählen.
00:12:15: Es geht schon da los das wir natürlich Mustermaterialien uns beschaffen müssen und die testen müssen.
00:12:20: Das kostet natürlich Zeit.
00:12:22: Uns die Materialzertifikate anschauen selbst Materialzerte anfordern oder erstellen.
00:12:28: Dann geht das fertige Produkt bei uns in die Vortests und dann geht es hier und da noch beim Kunden in den Test, in den finalen Test.
00:12:35: Da gibt es zwischendurch eine Abnahme bei uns im Haus wo der Kunde mit der ganzen Mannschaft kommt.
00:12:41: Und dann gibt's natürlich noch die Klassifikationsgesellschaften, DNV, gemanischer Leute, die auch alle Zertifizierung haben, die eingefordert werden.
00:12:50: Das kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, das kann Jahre dauern.
00:12:54: also wenn wir von Marine-Schiffbau reden Dann kann das tatsächlich einige Jahre dauern, es liegt jetzt nicht nur an der Entwicklung und am Lieferanten sondern auch natürlich an der Gegenseite weil es oft so ist dass das Produkt oder die Leuchte im Gesamtverbund getestet werden muss.
00:13:11: Und dafür muss natürlich noch viel mehr vorhanden sein und fertig sein als die Leucht und dann ist auch viel Wartezeit dabei.
00:13:17: Haben Sie ein Beispiel, was quasi egal ob jetzt auf dem Kreuzfahrtschiff oder irgendwo vielleicht auf einer Fregatte oder sowas.
00:13:24: gibt es irgendwelche Beleuchtungssysteme die wirklich wo man sagt das ist schon unfassbar aufwendig bis so etwas eingebaut werden kann?
00:13:32: Ja allerdings gerade im Marinebereich wenn wir von Außenbeleuchtung reden.
00:13:38: da reden wir von Leuchten die eine gewisse Verratsreichweite nur haben dürfen.
00:13:43: Das ist dann das Attribut ab wann sie der Feind sieht.
00:13:47: Das spielt auf Kreuzfahrtschiffen keine Rolle.
00:13:49: Das darf eben leuchten, aber so ein Marine-Schiff soll nicht sofort leuchte.
00:13:55: Das hat bestimmte Schockanforderungen, die eingehalten werden müssen und das kann man nicht mal zu Hause testen.
00:14:01: Es ist dort auch so, dass der Schock – es wird jetzt sehr technisch – nicht nur einmal anstehen muss sondern über einen gewissen Zeitraum anstehnen muss.
00:14:10: Das ist also technisch und vom Testverfahren sehr anspruchsvoll.
00:14:14: Das muss man zunächst mal auslegen, berechnen und vorbauen, vorbereiten und realisieren.
00:14:20: Ja da reden wir von Marineleuchten tatsächlich.
00:14:23: Sie sprachen eben auch davon Stichwort Physi Materialbeschaffung zusammenarbeitend mit Lieferanten.
00:14:28: wie habe ich mir das hinvorzustellen?
00:14:29: Ich meinte ja anfangs dass es ja durchaus Nischiges Geschäft sind in dem sie unterwegs sind.
00:14:34: ist das dann quasi in der Lieferkette die Physik was sie bevor etwas eingebaut wird was sie noch haben Ist das noch nischiger?
00:14:41: oder wie hab ich mir da den Markt vorzustellen?
00:14:43: Nein, das ist es nicht.
00:14:45: Wir versuchen natürlich Standardkomponenten einzusetzen, dass man das jederzeit auch ersetzen kann und wir nicht abhängig sind von irgendwelchen Nischenprodukten.
00:14:54: Da werden möglichst Beleuchtungskomponent oder Materialien eingesetzt die auch im landleuchten Bereich hier und da zu finden sind, die dann aber speziell ausgewählt werden.
00:15:07: Da kann man nicht einfach irgendwas nehmen.
00:15:11: Leidpartner ist kein Konzern mit Zehntausend Beschäftigten, sondern eher klassisches mittelständisches Unternehmen.
00:15:16: Ich sprach Anfangssprache ja auch im Vorgespräch vom hidden Champion.
00:15:20: Ist das für Sie ein Vorteil in Ihrem Business?
00:15:22: Sind sie dichter dran am Kunden oder hat es auch seine Nachteile?
00:15:27: Ich würde sagen beides hat seine Daseinsberechtigung und hat seine Vor- und Nachteilen.
00:15:31: tatsächlich Man kann sich das bisschen vorstellen wie ein Schiff oder ein Boot.
00:15:35: Ein Schnellboot ist einfach viel wendiger und flexibler und ein großer Tanker ist einfach ein bisschen Träger.
00:15:41: Der hat wiederum den Vorteil, dass er natürlich schwer zu bremsen ist dafür schwer in Gang zu kriegen und im Marineschiffbau oder im Schiffbau ist es eher so wie ich eingangs erwähnt habe solche Projekte passieren.
00:15:53: Sehr sehr schnell hatte ich im Vorgespräch erwähnt, dass es beeindruckend ist das so ein großes Schiff im Wert von zwei Milliarden innerhalb von zwei Jahren gebaut werden kann.
00:16:01: Das erfordert eben, dass jedes jedes Glied in der Lieferkette flexibel funktioniert und schnell reagieren kann.
00:16:08: Und das spricht tendenziell für einen Mittelständler.
00:16:12: Ein Mittelständler würde ich sagen ist mehr ein Organismus als eine Organisation.
00:16:17: da werden Probleme situativ gelöst an an der Wurzel des Entstehens, als dass es immer über das Gehirn laufen muss.
00:16:24: Da sind die Entscheidungswege kürzer, die Unterschriftregelungen sind lockerer und das braucht es eben im
00:16:30: Schiffbau.".
00:16:31: Wie nehmen Sie das persönlich im Tagesgeschäft wahr?
00:16:33: Im Vergleich großer Konzernen, Mittelständesunternehmen wird vom Kunden auch gerade diese Nähe oder vielleicht auch so diese Persönlichkeit geschätzt.
00:16:43: oder ist am Ende des Tages entscheidet nur der
00:16:46: Preis?".
00:16:47: Nein, das ist ganz besonders wichtig.
00:16:50: Weil wie gesagt, jedes Glied muss funktionieren und zusammenarbeiten und es kommt natürlich nie so wie geplant.
00:16:57: Und wenn man sich vorstellt ein Schiff im Trocken-Doc, da geht er schon sehr rau her.
00:17:02: Da muss man manchmal unkonventionelle Lösungen finden und das geht nur, wenn man ganz nah dran ist.
00:17:07: Deswegen ist die Partnerschaft und die Zusammenarbeit ja ganz besonders.
00:17:14: Maritime Wirtschaft im Allgemeinen wird ja aktuell auch in der Tagespresse wieder viel mehr diskutiert.
00:17:18: Bekommt man jetzt aufgrund der geopolitischen Situation eine neue Relevanz?
00:17:22: Spüren Sie das auch im Alltag?
00:17:24: Ja, allerdings ist es nicht nur im Marinebereich auf Grund der geopolitische Spannung sondern ich würde sagen wir spüren das gerade in allen Segmenten.
00:17:32: kurz nach Corona hatte man kurz gedacht Der Schiffbau hat ein Problem weil die Kreuzfahrtindustrie ein bisschen des Straucheln gekommen ist.
00:17:40: Das ist heute völlig anders.
00:17:43: Wir haben Rekord-Auftragseingänge bei den Werften, die Bauplätze sind alle ausgebucht.
00:17:48: Unsere Kunden haben teilweise Kreuzfahrtschiffe in den Auftragsbüchern bis zu zwanzig neun und dreißig.
00:17:54: Das zeigt wie wichtig diese Industriemoment ist.
00:17:58: Im anderen Bereich.
00:17:59: nehmen wir mal den Offshore-Bereich.
00:18:00: Da ist die Energiewende ganz stark, man möchte weg von nukleare Energie und konventioneller Energieproduktion hin zu nachhaltiger Energieerzeugung.
00:18:10: Das sind wir ganz schnell bei Offshore und Windparks.
00:18:14: Und der Markt boomt!
00:18:16: Es gab ja im Januar diesen Nordseegipfel und da hat der Bundeskanzler ja angekündigt dass man von neun auf dreihundert Gigawatt ausbauen möchte.
00:18:27: Das sagt schon, dass da ganz viel passiert.
00:18:29: Und der Marine-Schiffbau natürlich aufgrund der geopolitischen Lage ist in aller Munde klar.
00:18:36: Da passiert gerade ganz viel.
00:18:38: Ich würde sagen die maritime Industrie und der Schiffbau sind im Moment die Schlüsselindustrie unserer Wirtschaft.
00:18:46: Abschließende Frage Sie kommen aus Bremen stand auch klassischer Standort mit maritime Geschichte.
00:18:52: welche Rolle kann der Standort Bremen denn zukünftig spielen?
00:18:57: Eine sehr, sehr wichtige, würde ich sagen und nicht nur in dieser Industrie.
00:19:01: Ich meine bei uns versammeln sich ganz viele der Global Player.
00:19:04: Wir haben Werften, wir haben Räder Wenn man das mal ein bisschen weiterfasst Nicht nur Bremen Der norddeutsche Bereich Da sind die Player In diese Industrie.
00:19:14: Wenn wir nun mal auf Bremen schauen, dann findet Bremen leider nicht die Anerkennung, die ihr eigentlich zusteht.
00:19:20: Bremen ist sehr stark im Marieneschiffbau als auch im Spacebereich.
00:19:25: alles was gerade erforderlich ist das sind die relevantesten Technologien, die da gerade entstehen.
00:19:31: Ja Bremen spielt eine außerordentlich große Rolle und ich bin mir sicher dass es in der Zukunft auch noch mehr Anerkennen finden würde.
00:19:39: Schönes Schlusswort würde ich sagen.
00:19:41: vielen Dank Herr Blumen.
00:19:42: war ein sehr nettes Gespräch mit Ihnen Ja und euch liebe Zuschauer, danke dass ihr dabei wart.
00:19:49: Und ich freue mich wenn ihr auch bei einer neuen Folge vom DUB Business Talk dabei seid!
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